Europa im Aufwind: DAX und Euro Stoxx 50 glänzen
Während die US-Tech-Aktien im ersten Quartal 2025 unter Druck gerieten, erlebten die europäischen Börsen einen deutlichen Aufschwung. Der DAX konnte seinen langjährigen Rückstand zum MSCI World aufholen und verzeichnete eine beeindruckende Performance von über elf Prozent.

Deutschland: Der DAX verzeichnete im ersten Quartal inklusive Dividenden eine Performance von mehr als elf Prozent und schloss mit 22.163 Punkten. Damit übertraf er die meisten der wichtigen Vergleichsindizes (siehe Grafik unten).
Allein im Januar legte der DAX neun Prozent an Wert zu. Der Aufwärtstrend setzte sich im ganzen Quartal fort, auch dank der neuen deutschen Investitionsoffensive. So ist das Infrastrukturpaket für zehn Jahre mit einer Höhe von 500 Mrd. Euro für Investitionen in Verkehrswege, Digitalisierung und öffentliche Gebäude aufgesetzt. Die Wiederbewaffnung Deutschlands wird initial mit 400 Mrd. Euro begonnen.
Es gibt aber darüber hinaus kein fiskales Limit, um die militärische Ausstattung im Verteidigungsfall immer weiter ausbauen zu können. Der Rückzug der USA aus der transatlantischen Gemeinschaft und die ungebremste imperiale Rhetorik aus Russland haben diesen Schritt notwendig gemacht. Auch die mittleren und kleineren Unternehmen, die im MDAX und SDAX zusammengefasst sind, überzeugten mit einem Plus von sieben bzw. elf Prozent. Somit profitierte eine große Anzahl der Unternehmen von der positiven Entwicklung des ersten Quartals.
Europa: Der Euro Stoxx 50 muss sich seit Anfang des Jahres auch nicht verstecken: Mit einem Plus von 7,2 Prozent rangierte er im Vergleich zu vielen anderen prominenten Aktienindizes im ersten Quartal weit oben. Die wichtigsten Gründe dafür sind die relativ günstigen Bewertungen, Anreize durch die massiven Fiskalpakete und die Hoffnung auf Frieden in der Ukraine. Anfang des Jahres wurde der Euro Stoxx 50 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 14 bewertet, deutlich tiefer als der S&P 500 mit fast 25.
Die hohe Bewertung der US-Indizes war ein Grund, warum Investoren europäische Aktien wieder als attraktive Alternative sahen. Vor allem europäische Banken wie Unicredit und deutsche Versicherer wie die Allianz, die im Euro Stoxx 50 stark vertreten sind, glänzten mit einer ausgezeichneten Performance. Die Unsicherheit in den USA half zusätzlich europäische Aktien verstärkt in den Fokus der Investoren zu rücken. Im Stoxx 600 Europe Index, der nach Marktkapitalisierung breiter aufgestellt ist, stammten fünf der besten Werte des ersten Quartals alle aus dem Sektor Militär und Verteidigung.
USA: Der S&P 500 entwickelte sich von Januar bis März sehr volatil. Vor allem in der zweiten Quartalshälfte tendierten die Kurse abwärts. Bis Mitte Februar war der Index auf ein Allzeithoch von 6.144 Punkten geklettert, gestützt durch die euphorische Marktstimmung nach der Amtsübernahme von Donald Trump. Die Finanzmärkte erwarteten tiefgreifende Reformen, Deregulierungen und Steuersenkungen. Trumps unerwartete Alleingänge und Start eines globalen Handelskriegs kippten den positiven Trend.
Über das gesamte erste Quartal verlor der S&P 500 in Euro gerechnet 8,7 Prozent an Wert. Bekanntester Wert am Ende der Kursliste war Tesla. Hier sorgte das politische Engagement des Gründers Elon Musk in den USA für Ablehnung bei vielen potenziellen Kunden. Die Schwäche des Gesamtmarkts hing an mehreren zusätzlichen Faktoren: Zum einen deuteten einige Indikatoren darauf hin, dass die Inflation hartnäckig hoch bleibt. Das trübte die Aussicht auf raschere Zinssenkungen der US-Notenbank und setzte die Märkte unter Druck.
Zum anderen sorgten die angedrohten Handelszölle für große Unsicherheit an den Märkten, die sich in gedämpften Wirtschaftsaussichten niederschlugen. Die Prognosen für das Wachstum der US-Wirtschaft im laufenden Jahr wurden immer weiter nach unten auf zuletzt weniger als 1,0 Prozent durchgereicht. Folglich kam es zu einer starken Korrektur hoch bewerteter Technologie-Aktien, die ein großes Gewicht im Index haben. Zum Ende des Quartals stabilisierte sich der Index knapp über 5.600 Punkten.
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