Ruhestand

So lange kann man im Ruhestand von 250.000 Euro leben

Mit einer viertel Million Euro kann man sich dem Traum von der Frührente erfüllen oder sich im Ruhestand eine Zusatzrente auszahlen. Wie hoch die Zusatzrente ist, hängt davon ab, über welchen Zeitraum sie fließen soll und mit welcher Rendite das Ersparte angelegt wird. Verschiedene Beispiele und die Tabelle zeigen, wie viel Geld man jeden Monat entnehmen kann, wenn man 250.000 Euro zu einem bis sechs Prozent Rendite anlegt.

Jonas Brüssermann
Ruhestandsexperte
Publiziert am
24. März 2025

250.000 Euro sind eine beachtliche Summe. Ob aus einer Schenkung oder Erbschaft, der Auszahlung einer Lebensversicherung oder dem Erlös aus dem Verkauf einer Immobilie oder Firmenbeteiligung – liegen gegen Ende des Erwerbslebens 250.000 Euro auf dem Konto, stellt sich die Frage: Was kann ich mit diesem Betrag im Hinblick auf meinen Ruhestand anfangen? Genügen 250.000 Euro, um sich zurückzulehnen und als Rentner das Leben zu genießen? Wie lange die Summe reicht, kommt auf das Vorhaben an.

Frührente: Fünf Jahre bis zum Rentenbeginn überbrücken

Mit Ende 50 oder Anfang 60 hegt so mancher den Wunsch, den Beruf an den Nagel zu hängen. Mit 250.000 Euro lässt sich die Zeit zwischen der Erwerbsaufgabe und dem Rentenbeginn finanzieren – ob als Frührente ab 63 oder zur Regelaltersgrenze mit 66 bis 67.

Angenommen, man möchte fünf Jahre früher als gesetzlich möglich in Rente gehen und hat 250.000 Euro. Die rechte Spalte in der Tabelle zeigt, wie viel Geld man fünf Jahre lang jeden Monat zur Verfügung hat. Wird das Vermögen mit einer Nettorendite zu einem Prozent angelegt (mit jährlicher Zinsauszahlung), beträgt die selbst organisierte Zusatzrente 4.269 Euro (nach Steuern und Kosten). Erzielt das Anlagekapital eine Nettorendite von drei Prozent, ergibt dies eine Zusatzrente von 4.476 Euro. Die höchsten Renditestufen sind in diesem Fall rein illustrativ; die Anlagedauer von fünf Jahren reicht nicht aus, da solche Anlagen mit entsprechendem Wertschwankungs- und temporärem Verlustrisiko verbunden sind.

Sich mit 250.000 Euro im ersten Jahrzehnt als Rentner einiges gönnen

Wer in den Ruhestand geht, möchte sich oft erst einmal lange aufgeschobene Wünsche erfüllen und das Leben in vollen Zügen genießen. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Kreuzfahrten und Fernreisen, Wochenenden in Wellness-Hotels, Restaurant- und Konzertbesuche, neue Hobbys wie Golfen oder Kunstkurse und großzügige Feiern mit Freunden und Verwandten.

Viele sehen dafür eine bestimmte Summe als "Luxus-Budget" vor. Soll das Geld für die ersten zehn Jahre im Ruhestand ausreichen, stehen mit 250.000 Euro mindestens 25.000 Euro im Jahr (oder 2.083 Euro pro Monat) zur Verfügung. Wird das Geld zu zwei Prozent angelegt (siehe Tabelle, zweite Spalte von rechts), erhöht sich die Summe auf 2.294 Euro. Bei einer Rendite von sechs Prozent hingegen erhöht sich das Budget auf 2.742 Euro pro Monat.

Bis zum Hausverkauf: Zusatzrente für 15 Jahre

Die allermeisten möchten so lange wie möglich in ihrem Zuhause wohnen bleiben. Sobald das Eigenheim aber zu groß und arbeitsaufwändig wird, möchten sie sich verkleinern. Der Plan: Sich in den ersten 15 Jahren des Ruhestands aus dem Vermögen eine Zusatzrente auszahlen, dann das Haus zwischen 75 und 80 verkaufen und den Verkaufserlös nutzen, um die Rentenlücke weiterhin zu schließen.

Merkblatt

Vermögensaufbau für den Ruhestand: Welche Geldanlage ist die beste?

Was sind die wichtigsten Anlageformen und welche Chancen und Risiken haben sie?

Möchte man 250.000 Euro dazu einsetzen, um sich 15 Jahre lang eine Zusatzrente auszuzahlen, zeigt die dritte Spalte von rechts, welche Summe man daraus pro Monat erwarten kann. Wird das Vermögen mit einer Rendite von drei Prozent angelegt, kommt man auf rund 1.717 Euro pro Monat. Mit einer Rendite von fünf Prozent sind Entnahmen von 1.954 Euro möglich. 

Lese-Tipp: Der Artikel "Rentenlücke schließen" zeigt, worauf man beim Vermögensaufbau für die Rente achten sollte und welche Vermögenswerte dafür infrage kommen. 

20 bis 25 Jahre Zusatzrente – bis zum Lebensende

Je nach Bedarf reicht eine viertel Million Euro aus, um die Rentenlücke bis ins hohe Alter zu schließen. Die Tabelle zeigt, wie viel Geld man jeden Monat entnehmen kann, wenn das Vermögen 20 oder sogar 25 Jahre reichen soll. Werden die 250.000 Euro geplant in 20 Jahren verzehrt, erhält man bei einer Rendite von zwei Prozent rund 1.260 Euro pro Monat, bei einer Rendite von fünf Prozent hingegen 1.628 Euro. Dehnt man den Zeitraum auf 25 Jahre aus, bekommt man bei zwei Prozent Rendite 1.056 Euro und bei fünf Prozent Rendite auf 1.439 Euro.

Übrigens: Als einfache Faustregel für den Zeitraum von 25 Jahren gilt die Vier-Prozent-Regel. Diese besagt, dass man jedes Jahr vier Prozent seines Vermögens entnehmen kann. Bei 250.000 Euro sind dies – ohne Zinsen gerechnet – 10.000 Euro pro Jahr oder rund 833 Euro pro Monat. 

Ewige Rente: Rente entnehmen und 250.000 Euro weitervererben

Wie aber sieht die Rechnung aus, wenn ich bis zum Lebensende eine Zusatzrente bekommen möchte, ohne das Vermögen– im Gegensatz zu den vorigen Beispielen – zu verbrauchen? Bleibt das Vermögen vollständig erhalten, kann es zum Beispiel an die Kinder vererbt werden. In dem Fall entnimmt man nur die Zinserträge und der Kapitalstock bleibt unangetastet.

Merkblatt

So sichern Sie Ihr Einkommen im Ruhestand

Das Merkblatt stellt Einkommensstrategien vor, um die Rentenlücke rechtzeitig zu schließen und den Lebensstandard im Alter zu sichern. 

Die linke Spalte in der Tabelle zeigt, wie viel man beim Ziel des Kapitalerhalts im Monat entnehmen darf. Bei einer Rendite von drei Prozent ergibt dies 615 Euro, bei vier Prozent 816 Euro, bei fünf Prozent 1.014 Euro und bei sechs Prozent 1.211 Euro.

Lese-Tipp: Der Artikel "Ewige Rente" zeigt auf, wie man von den Zinsen leben kann und sein Vermögen erhält.

Inflation nicht vergessen

Bei der Berechnung des Finanzbedarfs für den Ruhestand ist die Inflation ein wichtiger Faktor. Bei einer durchschnittlichen Inflation von zwei Prozent pro Jahr sind die 250.000 Euro nach zehn Jahren rund 18 Prozent weniger wert. Nach 20 Jahren hat das Vermögen ein Drittel an Wert verloren und nach 25 Jahren fast 40 Prozent. Um den Kaufkraftverlust auszugleichen, braucht man immer höhere Beträge, um die Rentenlücke zu schließen.

Lese-Tipp: Im Wie hoch die Inflation ist und wie sie sich auf die Kaufkraft auswirkt, zeigt der Artikel "Lassen Sie nicht zu, dass die Inflation Ihr Vermögen gefährdet". Alles Wichtige zur Inflation ist im kostenfreien Merkblatt zur Inflation zusammengefasst. 

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Weitere Informationen

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